Über die Rehkitzrettung 

Im Mai und Juni ist Setzzeit bei den Rehen. Perfekt getarnt liegen die kleinen Rehkitze für die nächsten drei bis vier Wochen in den Wiesen. Gleichzeitig beginn die Mahd des Heugrases. Jedes Jahr bedeutet dies für zahlreiche Rehkitze grausame Verletzungen oder den Tod durch die scharfen Klingen der Mähmaschinen. Der angeborene Drückinstinkt veranlasst die Rehkitze sich bei Gefahr ganz still zu verhalten und an den Boden zu pressen. Sie verlassen sich auf ihre gute Tarnung und springen erst auf, wenn die Gefahr auf wenige Meter herangekommen ist. Viel zu spät also, um sich vor den schnellen Landmaschinen in Sicherheit zu bringen.

Um dieses qualvolle Verenden zu verhindern, braucht es eine gute Koordination und Zusammenarbeit von Landwirten und Jägern. Nur wenn der Mähtermin den Jägern rechtzeitig gemeldet wird, können diese lebensrettende Massnahmen ergreifen. Durch Verblenden und Verwittern am Vortag des Mähtermins werden die Rehmütter dazu bewegt, ihren Nachwuchs vor der Mahd aus dem Feld zu führen. Bleibt keine Zeit mehr, um die Felder am Vortag zu verblenden oder verwittern, suchen die Jäger die Felder unmittelbar vor der Mahd ab und tragen gefundene Rehkitze sorgfältig in die Nähe des Waldrands in Sicherheit. Dort finden die Mütter sie mit Leichtigkeit wieder. Damit die Kitze nicht den menschlichen Geruch annehmen, dürfen die Tiere nur mit dicken Grasbüscheln angefasst und transportiert werden.

Inzwischen setzt unser Verein für die Rehkitzrettung punktuell auch Multikopterdrohnen mit Wärmebildkameras ein; eine sichere Methode, die kleinen Rehkitze in den grossen Grasfeldern aufzuspüren. Leider können diese fliegenden Hilfsmitteln (noch) nicht im gesamten Vereinsgebiet benützt werden, da der Einsatz im Umkreis von 5 Kilometern rund um den Flughafen Bern-Belp aus Sicherheitsgründen gesetzlich verboten ist. 

Hegekreischefs - Rehkitzrettung 2020

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Flyer Rehkitzrettung BEJV.pdf 191 KB
Rehkitzrettung mittels Drohne.pdf 1'535 KB